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Altersgemäße Erziehung für verschiedene Entwicklungsphasen

© Christiane Quandt

Die hier vorgestellte Einteilung von Entwicklungsphasen basiert auf entscheidenden Schritten in der körperlichen und verhaltensmäßigen Entwicklung junger Hunde. Die angegebenen Phasen gelten für den durchschnittlichen mittelgroßen Hund. Bei kleinen, frühreifen Rassen sind die einzelnen Phasen evtl. kürzer. Bei großen, spätreifen Tieren entsprechend länger.

Das Skript enthält Textpassagen aus der Broschüre "Der sozialverträgliche Hund", die für den Bundesverband Praktischer Tierärzte erstellt wurde. Diese Passagen sind durch eine andere Schriftart und -größe erkennbar.

1. Phase: bis zur 20. Lebenswoche

Der Welpe sollte nach der Übernahme vom Züchter/Verkäufer ein bis zwei Tage Zeit haben, sich in seiner neuen Umgebung einzugewöhnen. In dieser Zeit lernt er die neuen Rudelmitglieder, das neue Lebensumfeld und die tägliche Routine kennen. Sobald der Welpe sich ein klein wenig akklimatisiert hat, muss seine Sozialisation (Gewöhnung an die belebte Umwelt) und Habituation (Gewöhnung an die unbelebte Umwelt) begonnen bzw. fortgesetzt werden. Dazu empfiehlt sich der Besuch einer gut geführten Welpenspielgruppe ein-bis zweimal pro Woche.

Kriterien für eine gute Welpenspielgruppe
  • Teilnahme nur für Welpen und Junghunde von 8 bis 16 Wochen (max. 20 Wo.), einzelne erwachsene Hunde mit gutem Sozialverhalten als Erziehungshelfer können hilfreich sein
  • Teilnahmevoraussetzung ist der Nachweis der Erstimpfung gegen Parvo und Staupe
  • Kleine Gruppen, d.h. bei mehr als sechs Welpen mindestens 2 Betreuer
  • -Sozialspiel und Gewöhnung an Umweltreize sollten im Vordergrund stehen, kleine Erziehungsübungen, vor allem das Heranrufen aus jeder Lebenslage, sind auch wichtig
  • Offen für alle Rassen.

Rassistische Welpenspielgruppen verfehlen den eigentlichen Zweck egal wie gut die Rechtfertigungsversuche des Veranstalters klingen. Die ersten Erziehungsschritte zuhause umfassen das Sauberkeitstraining, das Benagen geeigneter und akzeptabler Gegenstände und das stressfreie Alleinbleiben. Um diese Lernziele zu erreichen muss der Welpe zunächst an einen Zimmerkäfig als sicheren Schlaf- und Rückzugsort gewöhnt werden.

Der sichere Schlafplatz

Der Welpe braucht einen sicheren Ort, an den er sich zurückziehen und wo er schlafen kann Dieser Platz muss in Ihrer Nähe sein. In der Natur ist ein Welpe, der vom Rudel getrennt wird, ein toter Welpe. Alleinsein löst Todesangst aus. Es muss schrittweise geübt werden Lassen Sie Ihren Welpen anfangs nie mehr als ein paar Augenblicke allein. Nachts sollte er neben Ihrem Bett schlafen. Wenn er wach wird und Angst bekommt, können Sie ihn mit einer Hand berühren. Der Körperkontakt wird ihn beruhigen und er schläft wieder ein. Der Schlafplatz sollte so beschaffen sein, dass der Welpe ihn nicht selbstständig verlassen kann. Sonst wird er unbemerkt aufstehen und sein Geschäft in der Wohnung erledigen. Es besteht auch die Gefahr, dass er Dinge anfrisst, die Ihnen lieb und teuer sind. Das ist ärgerlich und für ihn vielleicht lebensgefährlich. Optimal geeignet für die sichere Unterbringung des Welpen ist ein Zimmerzwinger. Das ist ein Drahtkäfig, der auch für den Transport im Auto benutzt werden kann.

Auf Reisen stellt er für den Hund ein Stück Heimat dar. Polstern Sie den Käfig mit einer Decke oder einem Hundebett aus. Tagsüber kann er offen in dem Raum stehen, in dem sich Ihr Familienleben abspielt. Der Welpe kann sich in seine sichere Höhle zurückziehen, wenn er müde ist. Machen Sie ihm den Aufenthalt dort angenehm, indem Sie ihm einen Futterball oder Kauknochen hineintun. Wenn Sie Ihr Hundekind kurzfristig nicht überwachen können, kann es -zu seiner eigenen Sicherheit auch am Tage mal eine halbe Stunde im geschlossenen Käfig verbringen.

Sauberkeitstraining

Das Sauberkeitstraining beginnt in der fünften Lebenswoche und funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip. Sobald der Welpe alt genug ist selbstständig Harn und Kot abzusetzen und zu diesem Zweck das Nest bzw. die Wurfkiste zu verlassen, lernt er, wo kleine Hunde zur Toilette gehen. Jedes Mal, wenn er eine Pfütze oder ein Häufchen macht, merkt er sich den Untergrund und die Umgebung. Dabei entsteht eine immer festere Verknüpfung zwischen der Handlung und dem Ort des Geschehens. Der Welpe sucht immer wieder die selben Löseplätze auf, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Etwa ab der zwölften Lebenswoche kann der Welpe' sein Bedürfnis sich zu lösen für zunehmende Zeit aufhalten, wenn er sein "Klo" nicht direkt erreichen kann. Wenn Ihr Welpe beim Züchter bereits gelernt hat, sein Geschäft im Freien auf Gras oder Erde zu verrichten, müssen Sie ihn nur immer, wenn er muss rechtzeitig dorthin bringen, wo er d:1rf und soll. Rechtzeitig heißt: Tagsüber in etwa alle zwei Stunden und immer nach dem Fressen. nach dem Schlafen und nach dem Spielen.

Nachts sollte ein gesunder Welpe ca. sechs Stunden durchschlafen und durchhalten. Muss Ihr Welpe öfter, hat er wahrscheinlich Durchfall oder eine Blasenentzündung. Gehen Sie damit sofort zu Ihrem Tierarzt. Bringen Sie Ihren Welpen anfangs immer an die gleiche Stelle, wenn er muss. Nehmen Sie ihn auf den Arm und tragen Sie ihn dorthin. Sie riskieren sonst, dass er sein Geschäft schon vorher erledigt. Am "Klo" angekommen setzen Sie ihn auf den Boden.

Bleiben Sie dabei und warten Sie bis er  sich zum Pinkeln oder Häufchen machen hinhockt. Jetzt können Sie sein "Lösesignal" trainieren. Das ist ein 'ort wie "mach was" oder .,Pipi", das Sie jedes Mal. wenn der Welpe sein Geschäft macht mehrfach leise wiederholen. Wenn er fertig ist, loben Sie ihn. Sie können jetzt zur Belohnung noch ein Leckerehen geben oder ein bisschen Spielen. Nach einiger Zeit haben Sie einen Hund, der sich löst, wenn Sie ihn dazu auffordern Trennen Sie "Gassigänge" und Spaziergänge. Wenn Sie mit dem Welpen spazieren gehen hat er so viele aufregende Dinge zu tun. dass er meist völlig vergisst, dass er mal muss.

Es fallt ihm erst wieder ein, wenn er zuhause ist und schon ist ein Fleck auf dem Teppich. Sollte doch mal ein Geschäft in der Wohnung landen, machen Sie es kommentarlos weg und reinigen Sie die Stelle gründlich. Anschließend treten Sie sich selber in den Hintern -es war nämlich Ihre Schuld. Passen Sie beim nächsten Mal besser auf und gehen Sie rechtzeitig mit dem Welpen hinaus. Schimpfen oder Strafen Sie auf gar keinen Fall den Hund. Er kann das nicht verstehen und bekommt Angst vor Ihnen. Wenn Ihr Welpe beim Züchter keine Gelegenheit hatte, sein Geschäft draußen zu erledigen, haben Sie ein Problem.

Der Welpe hat nämlich schon einige Wochen lang geübt, drinnen aufs Klo zu gehen. Vielleicht ist er auf Zeitung trainiert, dann lässt sich der Schaden noch in Grenzen halten. Legen Sie ihm eine Zeitung hin. Wenn er sein Geschäft darauf erledigt hat. nehmen Sie die Zeitung beim nächsten "Gassigang" mit zu der Stelle, die Sie als Hundeklo benutzen wollen. Legen Sie die benutzte Klozeitung dorthin und warten Sie, bis der Welpe, sein Geschäft verrichtet. Nach ein paar Tagen, wenn er sieh zuverlässig draußen auf der Zeitung löst, verkleinern Sie das Zeitungsstück, bis Sie es ganz weglassen können. Sie sollten allerdings in den nächsten Wochen zuhause nirgends Zeitungen herumliegen lassen.

Hat der Welpe beim Züchter gelernt einfach so sein Geschäft im Haus zu verrichten, kann es Ihnen passieren, dass er draußen gar nichts macht. Sobald Sie wieder im Haus sind, wird er sich erleichtert einen Löseplatz suchen. Beobachten Sie ihn nach dem Zurückkommen genau. Sobald er Anstalten macht am Boden zu schnüffeln. zu Kreiseln oder sich hinzuhocken, nehmen Sie ihn auf den Ann und gehen wieder nach draußen. Haben Sie Geduld und bedanken Sie sich beim Züchter. vielleicht zahlt er die Teppichreinigung.

Das Alleinbleiben

Sobald sich Ihr Welpe ein wenig eingelebt hat, sollten Sie anfangen mit ihm das Alleinbleiben zu üben. Beginnen Sie damit. wenn er in seinem Zimmerkäfig spielt oder an seinem Kauknochen nagt. Schließen Sie die Käfigtür. Wenn er sich dadurch nicht stören lässt, gehen Sie kurz aus dem Raum. Bleiben Sie nur einen Moment draußen. Gehen Sie wieder hinein, ohne sich um den Welpen zu kümmern. Nach ein paar Minuten öffnen Sie die Käfigtür ohne den Welpen zu beachten. Die Tür war zu und Sie waren kurz draußen, dass ist alles. Machen Sie kein Ereignis daraus. Sollte Ihr Welpe unruhig werden, wenn Sie die Käfigtür schließen, müssen Sie ihn noch ein paar Tage über Futter und Lob an den Käfig gewöhnen, bevor Sie weiterüben können. In den nächsten Wochen sollten Sie den Welpen immer wieder dafür lohen und belohnen. dass er sich auf seinen Platz zurückzieht. Üben Sie täglich mit ihm einige Zeit im geschlossenen Käfig zu verbringen.

Machen Sie die Übungen, wenn der Welpe müde ist oder sich mit seinem Spielzeug oder seinem Futterball bzw. Kauknochen beschäftigt. Bleiben Sie. ohne auf den Welpen einzugehen, ein Weilchen im selben Raum. Dann gehen Sie hinaus. Steigern Sie die Zeiten, die Sie außerhalb des Raumes verbringen jeden Tag. Kommen Sie zwischendurch immer mal kurz hinein oder gehen Sie an der Zimmertür vorbei, um zu sehen ob der Welpe noch spielt oder frisst oder ob er vielleicht eingeschlafen ist. Beachten Sie ihn dabei nicht. Sollte er unruhig werden, bleiben Sie im Raum, bis er sich wieder entspannt hat. Beenden Sie die Übung indem Sie die Käfigtür öffnen, ohne den Welpen zu beachten. Achten Sie darauf dass der Welpe nie in Panik gerät. wenn Sie ihn allein lassen.

Wenn Sie ohne ihn eine Besorgung machen müssen und keinen Hundesitter haben, nutzen Sie die Zeit. wenn er schläft. Loben und belohnen Sie ihn nicht, wenn er artig allein geblieben ist. Er wartet sonst beim nächsten Mal sehnsüchtig auf Ihre Rückkehr und die Belohnung, anstatt entspannt die langweilige Zeit ohne Sie zu verschlafen. Später, wenn der Hund stubenrein ist und keine Gefahr mehr besteht, dass er etwas anfrisst, wenn er unbeaufsichtigt ist, brauchen Sie die Käfigtür nicht mehr zu schließen, wenn Sie ihn allein lassen.

Benagen der Wohnungseinrichtung

Welpen sind ausgesprochen neugierig. Sie erkunden Ihre Umwelt in erster Linie mit den Zähnen. Das ist vollkommen normal und endet erst nach dem Zahnwechsel. Lassen Sie in der Wohnung nichts herumliegen. was der Welpe anfressen könnte. Sie haben jetzt ein vierbeiniges Kleinkind im Haus. Bringen Sie alles in Sicherheit. was zerstört werden könnte oder für den Welpen gefährlich ist. Sollte er trotzdem etwas anfressen, was nicht für ihn gedacht ist (z.B. ein Stuhlbein oder den Teppich), gehen Sie ruhig zu ihm hin. Sagen Sie ,.nein" und nehmen Sie ihm den Gegenstand aus dem Maul. Schieben Sie ihm stattdessen seinen Kauknochen zwischen die Zähne und loben Sie ihn, wenn er darauf herum kaut.

Sollte er gleich wieder versuchen den Teppich zu benagen, sagen Sie wieder ruhig. "Nein". Nehmen Sie ihm den Teppich aus dem Maul, geben Sie ihm den Kauknochen und tragen Sie ihn samt Kauknochen in seinen Zimmerkäfig. Sperren Sie ihn mit dem Knochen dort ein. Loben Sie ihn. wenn er den Knochen benagt. Lassen Sie ihn ein Weilchen im Käfig. ohne ihn weiter zu beachten. Er wird die Sache mit dem Teppich noch einige Male probieren. Bleiben Sie ruhig aber konsequent. Wenn er merkt. dass er Sie damit ärgern kann. wird ein lustiges Spiel daraus. Wenn er keinen Erfolg hat. wird es bald langweilig.

Neben diesen ersten grundlegenden Lernzielen sollte der junge Hund in dieser Zeit lernen Menschen nicht anzuspringen, eine gut funktionierende Beißhemmung aufzubauen und Keine Aggression über Futter (oder Spielzeug) zu zeigen.

Beißhemmung

Welpen haben sehr spitze Zähne. Sie beißen damit im Spiel in alles, was sich bewegt. Ohren. Beine und Schwänze anderer Hunde sind dabei genauso beliebt, wie Hände, Füße und Kleider von Menschen.

Im Rudel lernen die jungen Hunde bis zum Alter von ca. 18 Wochen, eine gute Beißhemmung aufzubauen. Sie müssen bei Ihrem Welpen bzw. Junghund (so heißt das ab der zwölften Lebenswoche) dort mit der Erziehung weitermachen, wo die Mutter aufgehört hat. Die Beißhemmung gegenüber anderen Hunden lernt er im Sozialspiel in der Welpenspielgruppe. Die Beißhemmung gegenüber Menschen lernt er im Spiel mit Ihnen. Dazu müssen Sie mit ihm Beißspiele spielen. Das sind Spiele. bei denen der Welpe in Ihre Hände, Füße oder Kleid. beißen darf. Wenn er zu wild wird und zu heftig zubeißt, brechen Sie das Spiel ab. Schimpfen und strafen Sie ihn nicht Dadurch bekommt er nur Angst oder wird noch wilder. Sagen Sie ruhig „nein“ und beachten Sie ihn ein bis zwei Minuten lang nicht. Sobald er sich wieder beruhigt hat, fordern Sie ihn erneut zum Spielen auf. Er soll dabei Spaß haben und gleichzeitig lernen, dass der Spaß Grenzen hat. Im Laufe der nächsten Wochen, brechen Sie das Spiel immer früher ab, wenn der Welpe seine Zähne einsetzt. Im Alter von 18 bis 20 Wochen sollte Ihr Jungbund gelernt haben, dass der Einsatz von Zähnen im Umgang mit menschlicher Haut und Kleidern absolut tabu ist.

Futterverteidigung

Falls Ihr Welpe knurrt oder Sie attackiert, wenn er Futter oder einen Kauknochen hat, müssen Sie etwas dagegen tun. Futter ist für den Hund eine lebenswichtige Sache. Wenn ausreichend davon vorhanden ist, gibt es keine Probleme. Aggression über Futter entsteht nur, wenn der Welpe sich gegen Konkurrenten durchsetzen muss, um satt zu werden. Wenn die Hündin nicht genug Milch für Alle hat oder wenn der Züchter später beim Zufüttern der Welpen nicht für Jeden einen Platz am Napf zur Verfügung stellt, lernen die Welpen frühzeitig ihr Futter zu verteidigen. Das kann später gefährlich werden. Es könnte jemand gebissen werden, der zufällig am Hund vorbei geht, wenn dieser etwas zu Fressen hat. Außerdem ist es wichtig. dem Hund etwas Fressbares abnehmen zu können, wenn er z.B. draußen einen scharfkantigen Knochen, Geflügelreste oder andere gesundheitsschädliche Dinge findet. Deshalb sollte Ihr Welpe lernen, dass es gut für ihn ist, wenn Sie in der Nähe sind, während er frisst. Füttern Sie daher einen Tell seiner Tagesration immer als Trainingsbelohnung aus der Hand. Lassen Sie ihn dafür herankommen, sich hinsetzen oder eine andere Übung ausführen.

Zur Belohnung gibt es ein paar Futterbröckchen. Wenn Sie ihn aus dem Napf füttern, tun Sie nur eine winzige Portion hinein. Sobald die aufgefressen ist und der Welpe den Napf freigibt, gehen Sie hin und tun die nächste kleine Portion hinein. Nach ein paar Tagen, wenn der Welpe keine Angst mehr hat. dass Sie ihm etwas wegfressen könnten, bleiben Sie während er frisst neben ihm stehen. Sobald der Napf leer ist, füllen Sie etwas nach. Nach ein bis zwei Wochen. wenn der Welpe in Ihrer Anwesenheit entspannt frisst, können Sie den Napf beim Fressen in der Hand halten. Wenn auch das entspannt möglich ist, lassen Sie Ihre Hand im Napf. wenn Sie die nächste Portion nachfüllen. Machen Sie diese Übung ein paar Tage lang. Anschließend können Sie wieder dazu übergehen, ganz normal aus dem Napf zu Füttern. Machen Sie es sich zur Gewohnheit. gelegentlich, während der Hund frisst. etwas besonders Leckeres nachträglich dazuzugeben.

Wenn Ihr Welpe Kauknochen oder Spielzeug verteidigt, üben Sie mit ihm diese Dinge im Austausch für ein besonders leckeres Häppchen abzugeben. Lassen Sie sich nicht auf Auseinandersetzungen ein. Bieten Sie das Leckerchen nur an. Will er es nicht haben, hat er seine Chance verpasst. Wiederholen Sie die Übung später, wenn er mehr Hunger hat. Wenn er den Knochen oder das Spielzeug loslässt, loben Sie ihn und geben ihm die Belohnung. Dann darf er den Knochen Nieder haben. Tauschen Sie mehrmals, dann lassen Sie ihn in Ruhe den Knochen kauen oder mit dem Spielzeug spielen. Wenn er später das Interesse verloren hat. sammeln Sie die Reste ein. Erst wenn Ihr Welpe Gegenstände problemlos hergibt, können Sie ihm etwas wegnehmen ohne es gleich wieder zurückzugeben.

Außerhalb des Hauses sollten die ersten Wochen mit dem neuen Welpen dazu genutzt werden, über die jetzt noch stark ausgeprägte Nachfolgereaktion das freie Folgen und das Herankommen auf Signal aufzubauen. Nach der Gewöhnung des jungen Hundes an Halsband bzw. Brustgeschirr und Leine, sollte das Laufen an lockerer Leine trainiert werden. Der Welpe sollte in kleinen Schritten spielerisch und konsequent über positive Erfahrungen lernen Handling-Maßnahmen zu genießen. Besuche in der Tierarztpraxis als Trockentraining sind wichtig, damit der Hund ein Sicherheitspolster positiver Verknüpfungen aufbaut, die spätere evtl. unangenehme Behandlungen auffangen und abpuffern können. Der Hundehalter sollte in dieser ersten Erziehungsphase für seinen Hund zum "Nabel der Welt" werden. Durch gezielt eingesetzte Motivation (interessante Spiele, Futter, soziale Zuwendung, Spiel mit anderen Hunden usw.) sollte zunächst die einfache Beschäftigung mit dem Besitzer, später der gezielte Rückruf - auch aus der Gruppe spielender Hunde - verstärkt werden.

Hilfreich ist dabei der Aufbau eines Superspielzeugs. Je nach Hundetyp und persönlicher Veranlagung eignen sich dafür beispielsweise Wurfspielzeuge, Quietschies oder Futterbeutel. Dieses Spielzeug ist ein rein interaktives Spielzeug. Der Hund bekommt es nie, um sich alleine damit zu vergnügen. Es dient dazu den Besitzer als "Gott des Superspielzeugs" interessanter zu machen als alles, was sich sonst so auf der Welt entdecken lässt.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Besitzer sich immer wieder selber mit dem Spielzeug beschäftigen. Wenn der Hund Interesse zeigt darf er kurzzeitig mitspielen und richtig viel Spaß haben. Das Spiel wird immer vom Menschen beendet, wenn es gerade am Schönsten ist. Mit der Zeit muss der Hund sich immer mehr Mühe geben, um das tolle Spiel spielen zu können. D.h. er muss sich zunehmende Zeiten und unter stärkerer Ablenkung auf seinen Menschen konzentrieren, bevor dieser ihn an dem Spiel teilhaben lässt. Schließlich wird das Ganze auf Signal gesetzt. Der Aufbau ist gelungen, wenn der Hund beim Anblick des Superspielzeugs bzw. bei der Wahrnehmung des dazu konditionierten Signals alles andere ausblendet, nur noch Augen für seinen Besitzer und das Spielzeug hat und jede andere Tätigkeit sofort unterbricht, um an das Objekt seiner Begierde zu gelangen.

Damit ist auch die Grundlage geschaffen, um in der nächsten Entwicklungsphase Probleme mit unerwünschtem Jagdverhalten gar nicht erst entstehen zu lassen . Im Rahmen der ersten Erziehungsphase kann bereits mit dem Training der folgenden Übungsziele begonnen werden:

  • Blickkontakt aufnehmen auf Signal (= sieh mich an, sei aufmerksam)
  • Lobwort (konditionierter positiver Verstärker)
  • "Nein" (= Frust, konditionierter negativer Verstärker)
  • Hinsetzen auf Signal Platz Hinlegen auf Signal
  • "Aus" (= etwas loslassen, was der Hund gerade im Maul hat)
  • Herankommen auf Signal

Selbstverständlich muss man beim Aufbau der Signale immer daran denken, dass optische Signale für den Hund auf kurze Distanz viel wichtiger sind akustische Signale. Körpersprache ist sozusagen seine Muttersprache. Daher werden Sichtzeichen viel schneller und leichter gelernt als Hörzeichen, auch dort, wo wir uns gar nicht bewusst sind, dass wir überhaupt Sichtzeichen aussenden. Ob ein Hörzeichen wirklich verknüpft worden ist, lässt sich daran erkennen, dass der Hund auch dann zuverlässig mit der gewünschten Handlung reagiert, wenn er uns nicht sehen kann. Wer später mehr erreichen möchte als die reine Grunderziehung, kann bereits beim Welpen mit dem Clicker arbeiten.

Der Clicker verbessert das Timing (richtige Anwendung durch den Besitzer vorausgesetzt!) bei der Verstärkung erwünschten Verhaltens erheblich und erleichtert damit den Aufbau neuer, komplexerer Verhaltensabläufe und die Distanzkontrolle. Außerdem trainiert der Hund beim free-shaping seine Lernfähigkeit. Er lernt zu lernen.

2. Phase: 6. bis 12. Lebensmonat

Ab dem sechsten' Lebensmonat ist das Skelettsystem des jungen Hundes soweit ausgereift, dass das Laufen über größere Strecken ohne Schäden aufgebaut werden kann. In der Natur fangen die Jungtiere in dieser Zeit an das Rudel bei Jagdausflügen zu begleiten. Der junge Haushund kann jetzt schrittweise zu längeren Spaziergängen mitgenommen werden. Auch das Mitlaufen beim Joggen! am Fahrrad oder am Pferd kann ab der 20. Lebenswoche langsam aufgebaut werden. Die Geschicklichkeit beim Überwinden von Hindernissen und das Körperbewusstsein sollten weiter ausgebaut werden. Dabei darf es aber noch nicht zu einer leistungssportmäßigen Belastung kommen. Alles, was der junge Hund vorher gelernt hat! muss natürlich weitergeführt! gefestigt und teilweise weiter ausgebaut werden. Außerdem muss an der Kontrolle des in dieser Entwicklungsphase entstehenden Jagdverhaltens gearbeitet werden.

Dafür eignet sich kontrollierte Fährtenarbeit, das Trainieren der Wildanzeige (Vorstehen, Kontaktaufnahme mit dem Besitzer o.ä.) und vor allem der Einsatz des Superspielzeugs als Belohnung und Alternativmotivation. In dieser Entwicklungsphase fangen die meisten Hunde an jagen zu gehen. Sie tun das entweder mit ihren Menschen und jagen die Beute! die in diesem Rudel traditionelle Jagdbeute ist (z.B. Ball, Quietschie oder Futterbeutel) oder sie tun es alleine und jagen die Beute, die sich gerade anbietet (Katzen, Jogger, Wild, Autos usw.). Wenn der Hund in dieser Phase keine Gelegenheit hat unkontrolliert unerwünschte Beuteobjekte zu hetzen, ist die Gefahr gering, dass sich später im Leben ein ernsthaftes Jagdproblem entwickelt.

Diese Form von Jagdkontrolltraining eignet sich auch für Hunde, die jagdlich geführt und eingesetzt werden sollen, da keine aversive Unterdrückung des Jagdverhaltens stattfindet, sondern eine positiv konditionierte Kontrolle. Bei jagdlich geführten Hunden kann das -auf Signal gestattete -Verfolgen von Wild oder Fährte als zusätzlicher Verstärker für die Wild-bzw. Fährtenanzeige von Anfang an kontrolliert für die Ausbildung genutzt werden.

Pubertät

Im Bereich der Verhaltensentwicklung stellt die Pubertät noch einmal eine besonders sensible Phase dar.

Negative Erfahrungen in dieser Zeit wirken sich stärker und nachhaltiger aus, als während der vorhergehenden Junghundphase oder im Folgenden erwachsenem Stadium. Die pubertäre Phase der Hündin umfasst den Zeitraum der ersten Läufigkeit. Sie beginnt einige Wochen vor den ersten sichtbaren Läufigkeitssignalen, wenn die hormonelle Tätigkeit einsetzt und endet ca. drei Monate nach der eigentlichen Läufigkeit, wenn die Scheinmutterschaft (Lactatio falsa) abklingt.

Hormonell gesehen machen alle Hündinnen eine Scheinträchtigkeit, Scheingeburt und Scheinmutterschaft durch, auch wenn keine äußeren Anzeichen (Gesäugeanbildung, Nestbau, Bemuttern von Ersatzwelpen) erkennbar sind. Bei frühkastrierten Hündinnen finden die Entwicklungsvorgänge der Pubertät ebenfalls statt, sie sind nur nicht so ausgeprägt, da ein Teil des hormonellen Spektrums fehlt. Beim Rüden ist das Einsetzen der Pubertät daran zu erkennen, dass der junge Rüde jetzt regelmäßig beim Pinkeln das Bein hebt (Harnmarkieren).

Die Dauer der Pubertät ist beim Rüden nicht ganz so klar abzugrenzen. Das Ende dieser Phase erkennt man am Ehesten daran, dass die Imponierduelle und die ständigen pubertären Rangeleien mit anderen Rüden, die durch die Hormonschwankungen provoziert werden, deutlich abnehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine gute Sozialisation mit Artgenossen im Welpen- und Junghundalter und die Möglichkeit während der Pubertät diese sozialen Auseinandersetzungen zum Kräftemessen möglichst ohne unangemessene menschliche Intervention mit sozial sicheren Artgenossen erfahren zu können.

Was viele Hunde Besitzer nicht wissen: Während der Pubertät finden auch bei junge Hunden, ähnlich wie beim Menschen, richtiggehende "Umbauprozesse" im Gehirn von statt. In dieser Phase, die meist zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat eintritt und ca. 4 -6 Wochen anhalten kann, verändern manche Hund ihr Verhalten schlagartig. Sie werden unkonzentriert, manchmal auch extrem schreckhaft oder ängstlich. Sie scheinen alles vergessen zu haben, was sie bis dahin gelernt haben. Man sollte in dieser Zeit eine Trainingspause einlegen und lediglich über geschicktes Management verhindern, dass der Hund sich selber unerwünschte Dinge antrainiert. Wenn die Phase vorbei ist kann man in aller Regel im Training wieder dort anknüpfen, wo man vorher aufgehört hat.

3. Phase: Erziehung ab dem 12. Lebensmonat

Mit Erreichen des ersten Lebensjahres ist das Längenwachstum der Knochen bei den meisten Hunden abgeschlossen. Damit ist der junge Hund (Ausnahme: große und schwere Rassen!!) körperlich soweit ausgereift, dass er ohne Schaden zu nehmen voll belastet werden kann. Vorausgesetzt, es liegen keine gesundheitlichen Probleme vor und das Training wird sorgfältig Schrittweise aufgebaut. Auch das Konzentrationsvermögen erreicht jetzt den Stand eines erwachsenen Hundes, In der Erziehung sollte das bereits Aufgebaute noch mehr gefestigt werden. Im Laufe des zweiten Lebensjahres sollten die grundlegenden Erziehungsteile soweit trainiert und generalisiert werden, dass der Hund in allen Lebenssituationen zuverlässig reagiert und sicher kontrolliert werden kann. Außerdem ist jetzt die Zeit gekommen, die Ausbildung für Spezialaufgaben aus dem Vorbereitungstraining in die Hochschul- bzw. Leistungssportphase zu überführen.

Das gilt für den zukünftigen Agility-Champion genauso, wie für den Jagdgebrauchs-, Rettungs-, oder Blindenführhund. Der "einfache" Familien-Begleithund sollte nach Erreichen der Grunderziehungsziele auch nicht auf die Rentnercouch abgeschoben werden. Ein entsprechendes Spaß-, Spiel -und Freizeitbeschäftigungsangebot für die Hundehalter, die zwar keine "höheren" Ambitionen haben, ihren Hund aber weiterhin geistig und körperlich fit halten möchten und dafür Anleitung brauchen, sollte jede Hundeschule bieten.

© Christiane Quandt


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