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Diese Voraussetzungen
beziehen sich auf Prüfungsorientiertes Arbeiten:
Für den Hausgebrauch, also das
Dummy Training als schöne Beschäftigung mit dem Hund benötigt man sicher nicht
einen Retriever aus einer jagdlichen Leistungszucht. Auch ein Schnauzer, Pudel
oder Mischling ist hervorragend dazu geeignet. Jeder Hund hat am ein oder
anderen Punkt seine Schwächen. Wir können durch gezieltes Üben aber dennoch
ein Maximum “herausholen” bzw. das Ein oder Andere auch antrainieren.
Was passiert nun in
der Praxis?
So, nun hinein ins Geschehen:
Zunächst
muss der Hund lernen, nicht sofort zum Dummy zu laufen, sobald dieses geworfen
wird. Er soll ruhig und Aufmerksam neben seinem Hundeführer sitzen und auf das
Kommando zum Apport warten. Zu Beginn des Trainings bzw. wenn man gezwungen
ist alleine zu arbeiten, wird das Dummy vom Hundeführer geworfen. Der Hund
sollte nie Erfolg mit dem Einspringen haben.
Es gibt verschiedene Grundformen des Apportierens:
Das Markieren
Unter Markieren versteht man
das Merken der Fallstelle . Der Hund (und sein Hundeführer) sieht nach einem
abgegebenen Schuss ein Dummy fallen und merkt sich die Stelle. Nach dem
Kommando läuft er auf direktem Wege zur Fallstelle und beginnt erst dort nach
dem Dummy zu suchen.
Da hierbei realistische
Jagdsituationen nachgestellt werden, gibt es auch die sogenannte
Mehrfachmarkierung. Es kommt durchaus vor, das Mehrere Stücke geschossen
werden, der Hund aber nicht zum Apport geschickt werden kann. Hier muss sich
also der Hund gleich mehrere Fallstellen merken. Er wird zum Apport geschickt,
bringt ein Dummy zurück, wird erneut geschickt. Hierbei ist besonders wichtig,
dass der Hund nicht tauscht.
Die Suche
Es gibt zwei, den Jagdverhältnissen
nachempfundene Suchen Formen:
Die Freiverlorensuche, bei der der Hund im
Gegensatz zum Markieren die Fallstelle nicht sieht und auch der Hundeführer
nur den ungefähren Bereich kennt. Hierbei muss der Hund seine Nase und auch
seine Augen benutzen, um vollkommen selbstständig zu suchen. Dies bedeutet,
dass sein Hundeführer im keinerlei Hilfestellung geben kann, er oft in hoher
Deckung sucht, wo er den Hundeführer nicht mehr sehen kann.
Die Schleppe, bei der simuliert wird, dass ein
Stück Wild angeschossen wurde und sich nun verletzt fortbewegt. Hier nimmt der
Hund die Spur des Wildes auf und arbeitet sie aus, was am Boden allerdings
auch in stehenden Gewässern möglich ist. Dann nimmt er das Wild/Dummy auf und
bringt es unverzüglich zum Hundeführer ohne zu knautschen.
Das Dummy wird hierzu an einer Schnur vom sogenannten Schleppenleger gezogen.
Das Einweisen
Hier kennt zwar der Hundeführer die Fallstellen,
der Hund hat sie jedoch nicht gesehen. Nun wird der Hund mittels Sicht und
Hörzeichen in die nähe der Fallstelle dirigiert und dann zur Suche
aufgefordert. Daraufhin beginnt die selbstständige Suche.
Der Hund muss sich bei dieser Disziplin ganz auf seinen Hundeführer verlassen
und sehr gut im Gehorsam stehen. Er muss auch in größerer Entfernung lenkbar
sein. Der Hundeführer hat die Aufgabe, den Hund so einzuweisen, dass Wind und
Gelände dem Hund eine möglichst große Hilfe bieten.
Herkunft
Das Apportieren ist die Domäne der Retriever
Rassen, die eigens für das Bringen des Wildes nach dem Schuss gezüchtet
wurden. Wie viele der Britischen Hunderassen sind sie Spezialisten. Es ist in
England nicht unüblich, Spaniels zum stöbern, also vor dem Schuss und
Retriever nach dem Schuss einzusetzen. Auf dem Kontinent werden aber die
selben Hunderassen häufig vielseitiger verwendet. So stöbert der Spaniel,
bringt aber auch das geschossene Wild oder folgt einer Wundfährte.
Prüfungen
Es gibt in Deutschland derzeit zwei
Prüfungsformen.
Bei der Dummy Prüfung wird der Trainingsstand
des Hundes abgefragt, wobei die Aufgabenstellung vorher genau festgelegt ist.
Beim Working Test werden Jagdähnliche
Situationen mit den Elementen der Dummy Prüfung nachgestellt. Die einzelnen
Aufgaben werden vom Richter je nach Gelände festgelegt und sind im Gegensatz
zur Dummy Prüfung vorher nicht bekannt.
Erklärung der verwendeten Begriffe:
Dummy :
Der
Gegenstand, den der Hund apportieren soll. Es handelt sich um „Säckchen“ aus
festem Stoff oder aus Kunststoff, die mit Kork oder einem Granulat in
unterschiedlichen Gewichtsklassen gefüllt sind. Je nach Einsatzbereich
schwimmen sie oder sind mit Fell umnäht, um dem Fuchs, Kanin oder Hasen
möglichst ähnlich zu sein.
Apportieren:
So nennt
man das Bringen von Gegenständen beim Hund. Hierbei muss der Hund folgende
Handlungen ausführen: Auf Kommando loslaufen, das Dummy aufnehmen, sofort
zurückkommen (ohne weiteres Kommando), sich vor den Hundeführer setzten und
erst auf Kommando in die Hand des Hundeführer ausgeben.
Wichtig ist hierbei, dass der Hund auf das
Kommando wartet und nicht etwa das Dummy ausspuckt oder ablegt um sich erst zu
schütteln. Sollte das geschossene Tier noch leben, würden ihm so nur unnötige
Qualen zugefügt.
Knautschen:
Unter
knautschen versteht man das herumkauen auf dem Dummy. Es ist naheliegend, dass
Wild nicht zum Spaß, sondern zum späteren Verzehr geschossen wird. Wer möchte
schon einen vom Hund weichgekauten Hasen essen?
Tauschen:
Bei
Mehrfachmarkierungen oder der Freiverlorensuche liegen mehrere Dummys aus, die
der Hund nacheinander apportieren soll. Nun kann es passieren, dass der Hund
auf dem Rückweg zum Hundeführer an einem anderen Dummy vorbeikommt, dass
erste, welches er schon trägt ablegt, um sich eben das neue zu nehmen. Wieder
mal muss man auf die jagdlichen Hintergründe schauen, dann wird klar, warum
Tauschen so verpönt ist. Der Hund sollte geschossenes wild nicht „Umsortieren“
und durch häufiges Aufnehmen noch beschädigen sondern unverzüglich bringen!
Steadiness:
Hiermit
ist das ruhige Verhalten des Hundes während der Arbeit gemeint. Er soll weder
Bellen, Fiepen noch herumzappeln. Der Hund darf andere Hunde in Ihrer Arbeit
nicht stören. Er wartet auch bei Abgabe eines Schusses gelassen auf seinen
Einsatz.
Grundgehorsam:
Damit man
überhaupt an weitere Aufgaben denken kann, muss der Hund Leinenführig sein,
die Kommandos Sitz und Platz beherrschen, sich nicht aus dem Einwirkungskreis
des Hundeführer begeben. Wenn der Hund in größerer Entfernung vom Hundeführer
selbstständig arbeiten soll, muss man schon sicher sein, dass er sich nicht
alleine verlustiert! Er darf also schon mal überhaupt nicht hetzen, muss
sofort auf Zuruf oder Pfiff zurückkommen. Wenn ein Hund ohne Dummy nicht
kommt, wird er es mit Dummy erst recht nicht machen!
Wundfährte:
So nennt
man die Blutspur, die ein verletztes Tier verliert, wenn es versucht sich
zurückzuziehen. Auf diese Wundfährte werden Hunde z.B. angesetzt, wenn ein
verletztes Reh oder Wildschwein nach einem Verkehrsunfall flieht. Oft kann das
Tier nur durch gute Hund schnell von seinen Leiden Erlöst werden. Die Hunde
suchen Tropfen für Tropfen, zeigen (Verweisen) Haarbüschel und Knochensplitter
an, was dem erfahrenen Jäger Rückschlüsse auf die Art und Stelle der
Verletzung zulässt.
Einspringen:
Der Hund
muss so lange still Stehen oder Sitzen bleiben, bis er das Kommando zum
Apportieren bekommt. Auf einer Treibjagd währe es nicht nur für den Hund
lebensgefährlich in die Schusslinie zu rennen, es würde auch den Jagderfolg
beeinträchtigen, da der Hund Wild hochscheucht und der Jäger nicht zum Schuss
kommt. Dies ist wohl der größte Unterschied zum „Bällchenwerfen“! Das
unkontrollierte losrennen wird also Einspringen genannt.
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